Geschichten von und über Sextouristen
Auszüge aus dem Buch “Bargirls in Thailand" … oder was passiert, wenn Männer ihr Glück in Thailand suchen.
Enthüllungen, Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten von und über Sextouristen. © 2004, Friedrich Lang
Das erste mal - von Bruno:
Ich
arbeite seit einigen Jahren in Bangkok. Als mein Kollege Horst mich
das erste Mal besuchen kam, vereinbarten wir, dass ich ihn etwas ins
Nachtleben einführe und ihm die wichtigsten Dinge zeige und erkläre.
Nun war es aber so, dass ich am ersten Abend geschäftlich unterwegs
war und somit keine Zeit für Horst hatte. Ich vertröstete ihn auf
den folgenden Abend, womit er einverstanden war.
Am nächsten Tag traf ich ihn zum Nachtessen und wie geplant, zum anschliessendem Um-die-Häuser-Ziehen. Er war ziemlich komisch drauf, wie mir schien. Also sprach ich ihn darauf an.
´Weißt du, sagte er, ´nach ein paar Bier dachte ich gestern, was ich eigentlich bis heute warten soll. Schließlich bin ich erwachsen! Also machte ich mich selber auf den Weg, fragte einen Taxifahrer nach Action und Girls und wurde von ihm nach Soi Cowboy gefahren.
So viele Frauen auf einem Haufen, unglaublich!
Man klärte mich auf, wie das so läuft, wenn man sich für eine interessiert. Also zahlte ich der Bar die Auslösesumme und nahm das Girl mit. Sie war etwa 20 Jahre alt und bildschön. Vom perfekten Körper ganz zu schweigen. Wir verstanden uns prächtig, gingen noch etwas essen und anschließend ins Hotel. Sie duschte, kam ins Badetuch gewickelt ins Bett und schickte mich unter die Dusche. Als ich zurückkam, schlüpfte ich zu ihr unter die Decke und begann, sie etwas zu streicheln. Sie war sehr anschmiegsam und lieb. Nur ließ sie meine Hand nie, aber auch gar nie zwischen ihre Beine gleiten. Das fand ich zwar komisch, maß dem aber keine weitere Bedeutung bei.
Nach einiger Zeit, in der wir uns liebkosten und streichelten, machte ich den Vorschlag, jetzt zur Sache zu kommen. Sie drehte sich auf den Bauch und hielt mir ihren Hintern hin. Als ich meinen kleinen Freund in die Hand nahm, um ihn den Eingang ihrer Lustpforte zu zeigen, meinte das Girl:
‹Fick mich in den Arsch!›
Na, so was!
Ich fragte, ob sie das denn wirklich gern habe. Sie meinte, sie könne nicht anders.
Warum wohl? Aha. Sie hatte wahrscheinlich ihre Tage. Tja, das kann's mal geben.
Trotzdem kam es anders, als geplant war. Ich weiß nicht warum, vielleicht war es Instinkt, aber ich fasste ihr ohne Vorwarnung von hinten zwischen ihre Beine – direkt in ihre Muschi. Oder dahin, wo ich sie vermutete. Da war aber nichts zu finden von einer Vertiefung. Im Gegenteil.
Die Frau hatte einen Pimmel!
(Anmerkung des Autors: Es ist zwar nur ein Sprichwort, aber etwas Wahres ist schon dran. Die schönsten Frauen in Thailand sind Männer!)
´Hello handsome man!` Von Dieter:
Wer fühlt sich als Mann nicht geehrt, wenn er als ´handsome` betitelt wird?
Nur kommen die wenigsten auf die Idee, sich das einmal genau zu ¸überlegen, warum man denn fast zehntausend Kilometer fliegen muss, nur damit die Frauen scharenweise merken, dass man eine stattliche Figur hat und gut aussieht?
Was bitte ist mit unseren Damen zuhause in Deutschland oder anderswo?
Hand aufs Herz, welche Frau um alles in der Welt würde von einem runden, fetten, mit Bierbauch watschelnden, bleichen Touristen sagen, er sieht gut aus? Na ja, vielleicht gibt's da einige wenige, die auf so was stehen. Doch aber nicht in diesen Mengen! Da muss das Ego eines solchen Mannes ziemlich stark sein, um so etwas zu glauben.
Das war's zu diesem Thema.
Nein, es fällt mir noch was ein! Eine Steigerung ist möglich, wer hätte das gedacht!
Man kommt wieder mal nach Thailand – sozusagen als Serientäter –, und geht gleich den ´kulturellen` Sehenswürdigkeiten nach. Ich meine damit die Bars, die schon morgens die (meist nicht vorhandenen) Türen öffnen.
Oh Graus, kaum hat man sich auf einen Barhocker gesetzt, wird man angequatscht. Und erst recht noch von einer, die einen vom letzten Besuch vor sechs Monaten kennt. Eigentlich ein Wunder, denn so lange halten es die Girls in einer einzigen Bar normalerweise nicht aus.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, jetzt rattert die Schönheit ihren Spruch in bestem Englisch herunter:
´Hello handsome man, long time no see, I miss you every day!`
Wers glaubt!
Tatsache ist, dass es viele gibt, die es glauben.
Dieser Spruch kommt auch, wenn sie einen Farang das erste Mal sieht. Sie versucht es einfach. Wer weiss, vielleicht beisst er an!
Natürlich beißt er an, denn wo sonst in der Welt würde er von einer wildfremden Frau so schnell angesprochen? In Deutschland vielleicht? Er geht logischerweise darauf ein, schließlich ist sie ja keine Hure wie in den bösen, bösen Gogo-Bars, wo die Girls halb bis ganz nackt tanzen und dazu noch obszöne Shows bieten. Sie arbeitet hier ganz anständig an der Bar und sucht sich ihre Kunden aus. Die geht nicht mit jedem, die hat auch ihren Stolz.
Seinen Kollegen und seiner Familie wird ein solcher Farang natürlich erzählen, er habe an einer Bar zufällig eine Frau kennen gelernt.
Ach was, SIE hat ihn aufgerissen, und er hat's nicht einmal gemerkt!
Wenn dann später beide glücklich werden, ist die Welt ja wieder in Ordnung. Er hat seinen Spaß mit ihr im Hotelzimmer, hat eine Begleiterin, die ihm das lästige Handeln um einen halben Euro für das Gefälschte Marken-Shirt abnimmt und die ihm auch einige Dinge über Thailand erzählt und ihn zusätzlich von Tempel zu Tempel führt. Von den Gold-Shops, zu denen sie gekonnt eine elegante Überleitung macht und ihn hinführt, will ich gar nicht reden. Das kann dann etwa so lauten: ´I don’t want money from you, better you give me gold, so I can remember you every time you go back to europe!`
Der naive Farang wird dieses Angebot gerne annehmen. Er hat wiederum die Bestätigung erhalten, sich keine Nutte angelacht zu haben, weil sie kein Geld will, sondern nur Gold. Wenn er naiv genug ist, wird er auch glauben, sie wolle nur eine Goldkette, weil sie so immer an ihn erinnert wird. In Wirklichkeit kommt es aufs Selbe raus, weil sie die Kette bei der nächsten Gelegenheit verkaufen wird und auf diese Weise zu ihrem Geld kommt. Ihrem enttäuschten Farang wird sie sagen, ein finanzieller Notfall wäre eingetreten. Wenn sie es gut genug rüberbringt, wird er sogar noch etwas Kohle nachschieben und es aus der Ferne überweisen … und dabei glücklich und froh sein, etwas Gutes getan zu haben!
Auch sie wird glücklich sein, bekommt sie doch in drei Tagen so viel Geld (wie gesagt in Scheinen oder in Goldform), dass sie mit einer anständigen Arbeit – bei der man natürlich wirklich arbeiten müsste – etwa einen Monat in einer Fabrik ackern würde. Warum so, wenn es auch einfacher und angenehmer geht? Die Kleider, die sie von ihrem Farang bei der Täglichen Shopping-Tour erhält, habe ich noch gar nicht erwähnt.
Und zum Schluss ist da noch die Verpflegung, die für sie auch umsonst ist. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Wer hat gesagt, die Sextouristen würden die armen Prostituierten in Thailand ausbeuten?
Wer die Szene kennt, weiß, dass es eigentlich umgekehrt ist. Wer weiß, vielleicht hat die Dame Glück und steht für eine gewisse Zeit bei Ihrem Farang (von dem sie als geschäftstüchtige Frau natürlich mehrere hat) auf der Lohnliste. Der Depp wird ihrem ersten Brief glauben, den sie zwei Wochen nach seinem Aufenthalt in Thailand schickt. Denn dort drin steht das Übliche! Nämlich, dass ihre Mutter krank ist und sie kein Geld für das Krankenhaus hat.
So kann Mutter natürlich nicht operiert werden, folglich wird sie sterben. Welcher fürsorgliche und verantwortungsvolle Farang könnte das zulassen, ist ein ‹berleben für unsere Verhältnisse doch nur wenige hundert Euro entfernt?
Würde man alle Briefe zusammen nehmen, die von Thai-Frauen an Farangs geschickt werden, würde man mit Entsetzen feststellen, dass praktisch alle der in Thailand lebenden Mütter ´mai sabai, also krank sind, und expressmäsig operiert werden müssen.
Die Variante ´Muttertag zieht auch. Übrigens geht es auch mit anderen Feiertagen. Man erklärt ´seinem Farang einfach, man würde gerne die alte, schwache Mutter zum Muttertag oder wie erwähnt an einem anderen Feiertag besuchen. Leider fehle das Geld für den Inlandflug. Eine Bahn- oder Busfahrt sei so beschwerlich, dass man sie nicht antreten möchte. Der in seinem Herzen erweichte Farang wird sogleich etwas von seinem Erspartem locker machen und nach Thailand überweisen.
Schlauerweise bekommt er dann von ´seiner Freundin einen Brief, eine SMS oder eine E-Mail, in der sie schreibt, der Besuch bei der Mutter wäre so schön gewesen. Das muss sie ihm mitteilen, will sie ihn schließlich bei der Stange halten. Um es etwas extremer zu machen und ihn noch länger an sie zu binden, schreibt sie in jeder zweiten E-Mail ´I hope you no forget me`. Das wirkt! Das obligatorische ´I miss you` gehört natürlich standardmäßig dazu.
Wenn Sie ganz, ganz schlau ist – und das ist fast jede, wenn
es um einen Goldesel geht –,wird sie schreiben, dass sie schon lange mit dem Barleben aufhören möchte, weil es eben extrem ´mai dee` (schlecht) ist. Aber sie brauche eben das Geld, um ihre kranke Mutter und die Familie zu unterstützen (…da ist sie wieder, die kranke Mutter …). Schließlich liebe sie ihn so (den Farang) und möchte nur für ihn da sein. Dem schwanzgesteuerten Farang kommt das natürlich gerade recht. Wer will schon eine Freundin haben, die täglich mindestens einen anderen Schniedel drin hat?
Also bietet er ihr an, ihr regelmäßig Geld zu schicken, damit sie nicht mehr an der Bar arbeiten muss. Genau das, was sie eigentlich wollte. Sie brauchte es ihm nicht einmal zu sagen! Der Depp kam selber auf die Idee.
Da er ja nicht ständig in Thailand ist, sondern zuhause weilt und brav jeden Tag arbeiten geht, hält es sie nicht unbedingt ab, trotzdem an die Bar zu gehen um anzuschaffen. So lange er es nicht weiß, macht's ihn nicht heiß! Anscheinend gibt es dieses Sprichwort auch in Thailand.
Zu der monatlichen Zahlung kommt also noch das dazu, was sie mit ´go with Farang` bezeichnet, nämlich dem ´mit-Farangs-Gehen`.
Auf gut Deutsch kann man es kurz so ausdrücken: ´ficken für Geld`.
Auf diese Weise ist man bald einmal saniert. Der Farang wird sich irgendwann anmelden, er komme wieder um sie zu besuchen und sie wie es sich gehört, zwei Wochen nach Phuket mitzunehmen.
Ho ho! Es winken Gratis-Ferien. Natürlich nur für die Frau. Und auch die neue Goldkette als Abschiedsgeschenk rückt immer näher. Nun muss noch schnell eine Ausrede her, warum man die Halskette vom letzten Urlaub nicht mehr hat …
´You know, I go swimming and after I no see. I very sad! Think, you want forget me for this. This why I no speak to you. Are you angry now?
´No, it’s OK`, wird der Farang sagen. Kann ja mal passieren. Wer findet denn im Meer eine Halskette wieder? Im Sand versinkt alles so schnell.
Da er im Hinterkopf noch einige wenige Zweifel hat, fragt er vorsorglich: ´With who you go swimming?` Natürlich auch in perfektem Englisch.
Was sie wohl sagen wird? ´I go with two friends`
Worauf er fragt: ´Men`
´No, Ladies`
Alles klar. Irgendwie erstaunlich, was man(n) so alles glaubt.
Daran, dass sie die Kette kurzerhand im nächst besten Goldshop verkauft hat, denkt er aber nicht.
Das war jetzt nur ein Beispiel mit einem Farang. Man stelle sich aber vor, die besagte Dame hätte gleich mehrere Zahlstellen an der Angel, was durchaus ¸blich ist. So erklärt sich auch, warum es im ärmsten Teil Thailands, dem Isaan (Nordosten), immer mehr gute, große und prunkvolle Häuser gibt, deren Bewohner auch allen materiellen Luxus haben. Aus eigener Kraft und mit harter Arbeit auf Reisfeldern oder in Fabriken gibt's nämlich dort keine Häuser. Das muss schon andere Gründe haben …
Ich möchte es noch einmal sagen: Wer beutet hier wen aus?
So lieber, zukünftiger Sextourist. Du hast jetzt gelesen, was alles passieren kann. Und es passiert nicht nur den anderen. Du stehst ziemlich weit vorne in der Reihe! Sei also auf der Hut, wenn du in einer Bar ´nur ein Bier` trinken gehst und plötzlich jemand zu dir sagt: ´Hello handsome man`
Autor: Friedrich Lang, E-Mail: falang@gmx.ch ISBN: 3-0344-0236-8