Der gute Zweck
Meine jetzige Freundin Nid hat am 2.Dez. Geburtstag. Am 2.12.07 habe
ich ihr eine kleine Geburtstagsparty in ihrer damaligen Bar finanziert.
Keine große Sache, die berühmten Ballons, ein kleines Büfett und ein paar
Drinks.
Sie hat sich schon damals über die Ballonfahrer und andere Schnorrer aufgeregt.
Als wir uns dann im Mai 08 wieder gesehen haben, hat sie mich mit einem
Vorschlag überrascht der mir sofort Sympathisch war. An ihrem nächsten Geburtstag
wollte sie keine Party an der Bar mehr.
Sie wollte das Geld das so eine Party kostet, lieber einem Waisenhaus spenden.
Wie gesagt, mir hat dieser Vorschlag sofort gefallen und wir haben ausgemacht
das sie sich bis zu meinem nächsten Urlaub im Nov. 08 kundig macht welche
Instutition in Frage kommt.
Im Nov. 08 dann, ein paar Tage nach der Pattayafans - Treffen, sind wir
zur "Fr. Ray Foundation / Redemptorist Center " zwischen der Soi Yumae und
der Sukhumvit Road in Pattaya.
Dort hat man uns sehr freundlich empfangen, sehr gut beraten und uns verschiedene
Vorschläge gemacht.
Wir haben uns dann entschlossen in der "School for Blind Children" ein
Mittagsessen, Icecream und Milch zu sponsern.
Ihre Schwester die in Bangkok bei Sony arbeitet, hatte uns mittlererweile
auch schon mitgeteilt das sie schon fleißig am sammeln von gebrauchten Kleidern
war.
Damit war dann eigentlich schon alles organisiert und der Geburtstag von
Nid konnte kommen.
So eine Vorfreude bei einem Thaigirl hab ich ehrlich gesagt nur selten erlebt.
Ständig hat sie mit ihrer Schwester telefoniert und den Transport der Spenden
von Bangkok nach Patty organisiert.
Ich kam aus dem Staunen nicht heraus.
Nid und ich waren ein paar Tage vor ihrem Geburtstag dann in der Blindenschule und haben das wie und wann geklärt.
Leider hatte sich schon jemand anderes für den 2.12. angesagt.
Es war nur noch der 1.12. frei. Aber das war für Nid nicht so wichtig, sie
wollte unbedingt helfen.
Wir haben dann ausgemacht das wir das Mittagsessen sponsern, Kostenpunkt
4000 Baht. Für wieviele Kinder hab ich dann erst am 1.12. gesehen, Wahnsinn,
ca. 70 Kinder!
Weiter haben wir ausgemacht das es nach dem Essen noch Icecream gibt, Kostenpunkt
800 Baht. Die Gesichter der Kinder seht ihr später.
Schon bei unserem ersten Besuch hat Nid neue Freunde gefunden. Der Junge rechts wollte sie gar nicht mehr gehen lassen und die Spenden aus Bangkok kamen auch schon an.
Dann am 1.12. waren wir gegen 11:00 Uhr in der Blindenschule. Ein Lehrer der Schule hat uns in Empfang genommen und wir haben erstmal das Finanzielle "geregelt".
Danach konnten wir uns bis zum Mittagessen umsehen und "alte Freunde" begrüßen, der neue "Boyfriend" von Nid hat sich sichtlich gefreut. Unterrichtet würden die Kinder mit einfachsten mitteln - einem CD Player
Die Klassenzimmer waren alle Ordentlich und Sauber eingerichtet und die Küche bereitete das Mittagessen vor. Wahrscheinlich würde ich beim Schach gegen die Kleinen verlieren! Und Blindenschrift kann ich auch nicht! Da wird einem schnell klar wie glücklich wir eigentlich sein können. Aber, sind wir das??
Schreibgerät für die Blindenschrift. Ich habe so etwas noch nie vorher gesehen. Mein Respekt wurde zu diesem Zeitpunkt immer größer. Die leisten hier wirklich außerordentliche Arbeit. Ein paar Kinder können noch Schattenhaft sehen. Da hab ich mich mit Grausen an meine Augenoperation erinnert
Noch ein paar Bilder die Nachdenklich machen:
Nid bekommt Unterricht in Blindenschrift und bedankt sich auch ganz artig bei ihrer Lehrerin. Es gibt Schicksale, da könnte man nur noch verzweifeln.
Schon während wir die Schule besichtigten, merkte ich wie ich langsam
aber sicher immer ärgerlicher wurde, ja sogar richtig zornig.
Warum? Nun, zu diesem Zeitpunkt hatten die "Gelbhemden" in Bangkok beide
Flughäfen blockiert und einen finanziellen Schaden angerichtet der gar nicht
abzuschätzen ist.
Was hätte man mit diesem Geld alles machen können? Solche und und noch andere
Gedanken gingen in diesem Moment durch meinen Kopf.
Die "anderen" Gedanken möchte ich hier aber nicht beschreiben!
Aber kurz darauf wurde ich zum Weichei und hatte Tränen in den Augen.
Es war Zeit zum Mittagsessen:
Dann haben sie drei Lieder gesungen, darunter auch Happy Birthday auf Englisch für Nid, worauf auch Nid Tränen in den Augen bekam, aber sie wahr Glückliche den kleinen Geholfen zu haben.
Dann der Höhepunkt für alle - Icecreame! So viele glückliche Gesichter. Jetzt ging es mir langsam wieder besser. Der Ärger über die Politiker in Bangkok war (fast) verschwunden:
Fazit: Dieses Erlebnis hat mir nochmals vor Augen geführt wie glücklich wir eigentlich sein müssten. Wir, die wir doch fast alle auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Nid und ich haben nicht viel gegeben, aber viel gewonnen. Wir werden das mit Sicherheit wiederholen.
Fr. Ray Foundation / Redemptorist Center, Das Heim ist in der Soi 16 in Naklua.
Gruß Fripajo (Friedhelm)





























