Unterwegs in Thailand · Meine Erfahrungen

Mietwagen oder Roller in Thailand? Warum ich lieber Auto fahre

Fotomontage: Schild einer Rollervermietung und grauer Nissan-Mietwagen in Thailand
Mietwagen oder Roller in Thailand? Für längere Strecken bevorzuge ich das Auto. Fotomontage aus zwei eigenen Aufnahmen.

Für Ausflüge und längere Strecken in Thailand ist ein Mietwagen meine erste Wahl. Ich sitze bequemer, bin vor Regen und Sonne geschützt und habe mehr Schutz als auf einem Roller. Trotzdem greifen viele Urlauber ganz selbstverständlich zum Zweirad – auch Menschen, die zu Hause kaum oder gar nicht damit fahren.

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Genau das verstehe ich oft nicht. Vor dem Autofahren in Thailand haben manche großen Respekt, auf einen gemieteten Roller setzen sie sich dagegen ohne viel Nachdenken. Dabei kommt zum ungewohnten Verkehr dann auch noch ein Fahrzeug, mit dem ihnen die Erfahrung fehlt. Für mich ist das kein guter Tausch.

Ich bin selbst schon längere Strecken mit dem Roller gefahren. Deshalb weiß ich, dass ich das nicht jeden Urlaubstag brauche. Was in vielen Reisevideos nach Freiheit aussieht, wird für mich nach einigen Stunden vor allem unbequem.

Warum so viele Urlauber einen Roller mieten

Die Gründe liegen auf der Hand: Ein Roller kostet meist weniger als ein Auto, braucht wenig Platz und lässt sich schnell irgendwo abstellen. Für eine kurze Fahrt zum Restaurant oder zum nächsten Strand klingt das praktisch. Dazu kommt dieses Urlaubsgefühl: draußen sitzen, Fahrtwind spüren, einfach losfahren.

Das kann ich durchaus nachvollziehen. Wer regelmäßig Motorrad oder Roller fährt, die passende Fahrerlaubnis hat und vernünftige Schutzkleidung trägt, trifft seine Entscheidung auf einer anderen Grundlage als jemand, der zum ersten Mal auf einem motorisierten Zweirad sitzt.

Was mich stört, ist die Selbstverständlichkeit, mit der fehlende Fahrpraxis im Urlaub manchmal zur Nebensache wird. Nur weil der Vermieter den Schlüssel herausgibt, beherrscht man das Fahrzeug noch lange nicht. Gas geben und geradeaus fahren sind eben nicht dasselbe wie in einer unerwarteten Situation richtig reagieren.

Linksverkehr gibt es auf dem Roller genauso

„In Thailand würde ich mich nicht trauen, Auto zu fahren.“ Diesen Gedanken verstehe ich. Unbekannte Straßen und Linksverkehr verlangen Aufmerksamkeit. Aber warum soll ein Roller dann die einfachere Lösung sein? Auch mit ihm muss ich links fahren, Kreuzungen einschätzen und mit dem Verkehr zurechtkommen.

Wer zu Hause regelmäßig Auto fährt, bringt zumindest Erfahrung mit diesem Fahrzeugtyp mit. Lenken, bremsen, Spiegel beobachten und die Abmessungen einschätzen sind vertraute Abläufe. Auf dem Roller kommen für Anfänger Balance, Kurvenfahrt und das Bremsen auf zwei Rädern hinzu.

Natürlich bedeutet ein Autoführerschein nicht, dass jeder sofort entspannt durch Thailand fahren kann. Ich würde niemanden zum Selbstfahren überreden, der sich damit überfordert fühlt. Ein Taxi, Transfer oder Fahrer ist dann eine vernünftige Alternative. Ein ungewohnter Roller löst dieses Problem für mich jedenfalls nicht.

Hoch mit Möbeln beladener Pickup und weitere Autos auf einer Straße in Thailand
Unterwegs in Thailand: Ein hoch beladener Pickup fährt neben anderen Autos. Abstand und vorausschauendes Fahren sind hier wichtiger als Eile.

Im Auto habe ich mehr Schutz – und mehr Ruhe

Ein Auto macht den Verkehr nicht ungefährlich. Trotzdem gibt es einen entscheidenden Unterschied: Ich sitze angeschnallt in einer Karosserie. Auf dem Roller bin ich bei einem Zusammenstoß oder Sturz viel unmittelbarer den Folgen ausgesetzt. Schon ein Wegrutschen kann die Reise beenden.

Rollerfahren in Thailand: Das Risiko nicht unterschätzen

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO entfielen in Thailand im Jahr 2021 rund 84 Prozent aller Verkehrstoten auf Motorradnutzer – einschließlich Motorroller. Diese Zahl betrifft den gesamten Straßenverkehr, nicht nur Urlauber.

Für mich ein guter Grund, die Fahrzeugwahl ernst zu nehmen. Wer kaum Erfahrung auf einem motorisierten Zweirad hat, sollte nicht ausgerechnet im Thailand-Urlaub damit anfangen. Dass ein Roller günstig und unkompliziert zu mieten ist, macht das Fahren noch lange nicht ungefährlich.

Quelle: WHO Thailand – Verkehrssicherheit (Bezugsjahr 2021).

Dazu kommt der Komfort. Im Auto kann ich meine Sachen verstauen, die Klimaanlage einschalten und bei Regen weiterfahren, ohne durchnässt anzukommen. Gerade auf längeren Ausflügen empfinde ich das als große Erleichterung. Ich muss mir nicht überlegen, wie ich einen Rucksack, Einkäufe und einen Mitfahrer auf einem kleinen Roller unterbringe.

Zwei Personen auf einem Roller vor einer Straßenkurve in Thailand
Zu zweit auf dem Roller unterwegs: Auf kurvigen Straßen braucht es Fahrpraxis und volle Aufmerksamkeit. Foto bearbeitet, Aussehen der Personen verändert.

Für Ausflüge auf Phuket oder Inselrundfahrten auf Koh Chang nehme ich deshalb lieber einen Mietwagen. Das Parkplatzsuchen ist damit manchmal umständlicher. Diesen Nachteil nehme ich in Kauf. Auf engen oder steilen Straßen bleibe ich allerdings auch im Auto vorsichtig – mehr Schutz ersetzt keine angepasste Fahrweise.

Lange Strecken mit dem Roller: Für mich eher anstrengend als abenteuerlich

Nach meinen eigenen längeren Rollerfahrten frage ich mich bei manchen Reiseberichten schon, was daran so besonders erstrebenswert sein soll. Stundenlang auf einem kleinen Sitz, dazu Hitze, Fahrtwind und wenig Platz fürs Gepäck: Ich finde das auf Dauer schlicht unbequem.

Besonders beim Mae Hong Son Loop wird die Fahrt mit einem kleinen Mietroller gern als großes Abenteuer dargestellt. Für mich wäre ein einfacher 125er dort nicht die erste Wahl. Auf einer langen, kurvigen Bergstrecke möchte ich bequem sitzen und genügend Reserven haben – gerade mit Gepäck oder zu zweit. Es geht mir dabei nicht darum, möglichst schnell zu fahren.

Ich möchte unterwegs etwas sehen und anhalten, wenn mir ein Ort gefällt. Das kann ich mit einem Auto genauso. Die Landschaft wird nicht weniger schön, nur weil ich die Strecke mit Klimaanlage und einem vernünftigen Sitz zurücklege. Für meinen Urlaub muss die Anfahrt nicht möglichst mühsam sein.

Wer solche Strecken auf zwei Rädern liebt, wird das anders sehen. Das ist völlig in Ordnung. Nur sollte ein Reisevideo nicht darüber hinwegtäuschen, wie viel Erfahrung und Konzentration eine solche Tour verlangt. Meinen Bericht zur Strecke findest du hier: Mit dem Mietwagen über den Mae Hong Son Loop.

Ein passendes Tourenmotorrad ist eine andere Entscheidung

Bei einem erfahrenen Motorradfahrer kann ich die Begeisterung viel besser nachvollziehen. Für ihn gehört das Fahren selbst zum Urlaub. Ein für längere Touren geeignetes Motorrad kann je nach Modell mehr Sitzkomfort, ein besser passendes Fahrwerk und sinnvollere Gepäckmöglichkeiten bieten als ein einfacher Mietroller.

Dafür mehr Geld auszugeben, kann sich für jemanden lohnen, der sein Motorrad beherrscht und genau diese Art zu reisen sucht. Ein größeres Motorrad ist aber keine Abkürzung für Anfänger und auch nicht automatisch sicherer. Ich unterscheide deshalb zwischen einer bewusst geplanten Motorradtour und einem spontan gemieteten Roller, auf dem erst einmal das Fahren gelernt werden soll.

Vier Reiseenduros mit Gepäckkoffern und Helmen am Rand einer bewaldeten Straße in Thailand
Für längere Touren ausgerüstet: Reiseenduros mit Windschutz und Gepäckkoffern. Für erfahrene Motorradfahrer gehört das Fahren selbst zum Reiseerlebnis.

Mit Kindern würde ich bei der Fahrzeugwahl nicht sparen

Auf Phuket, in Krabi und auf Koh Chang habe ich immer wieder ganze Familien auf einem Roller gesehen: Eltern und Kinder gemeinsam auf einem kleinen Zweirad. Da frage ich mich tatsächlich, warum man dieses Risiko für den Urlaub eingeht.

Ein Mietwagen kostet mehr. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt von Saison, Fahrzeug und Versicherung ab. Für mich wäre dieser Aufpreis mit Kindern trotzdem gut angelegtes Geld. Jeder braucht einen eigenen Sitzplatz, einen passenden Gurt und Kinder eine geeignete Rückhalteeinrichtung. Einen benötigten Kindersitz würde ich vor der Buchung verbindlich mit dem Vermieter klären.

Auch wenn kein Mietwagen infrage kommt, gibt es andere Möglichkeiten, etwa einen passenden Transfer. Die ganze Familie auf einen Roller zu setzen, wäre für mich keine Sparmaßnahme, mit der ich mich wohlfühlen würde.

Führerschein und Fahrpraxis gehören vor der Reise geklärt

Ein gewöhnlicher Autoführerschein allein berechtigt nicht automatisch dazu, einen 125er-Roller in Thailand zu fahren. Entscheidend ist, ob du die für das Fahrzeug erforderliche, dort anerkannte Fahrerlaubnis besitzt. Dass ein Vermieter keine Fragen stellt, ändert daran nichts.

Für Reisende mit deutschem Führerschein nennt die Deutsche Botschaft Bangkok den internationalen Führerschein nach dem Wiener Übereinkommen von 1968 zusammen mit dem nationalen Führerschein oder eine thailändische Fahrerlaubnis. Der deutsche Führerschein allein wird offiziell nicht anerkannt. Für Aufenthalte von mehr als drei Monaten ist grundsätzlich eine thailändische Fahrerlaubnis erforderlich.

Der internationale Führerschein übersetzt die vorhandene Berechtigung; er macht aus einem Autoführerschein keinen Motorradführerschein. Prüfe außerdem vorab die Bedingungen deiner Miet- und Reiseversicherungen. Ich würde das nicht erst dann klären wollen, wenn schon etwas passiert ist.

Mehr dazu steht in meinem Artikel zum internationalen Führerschein in Thailand. Die amtlichen Angaben findest du bei der Deutschen Botschaft Bangkok.

Mietwagen oder Roller: Was für mich den Unterschied macht

Bequem unterwegs sein

Für längere Strecken nehme ich lieber das Auto. Ich sitze bequemer, habe Platz für mein Gepäck und bin vor Sonne und Regen geschützt. Auf einem kleinen Mietroller wird mir die Fahrt nach einigen Stunden einfach zu anstrengend – besonders zu zweit.

Mehr Schutz im Straßenverkehr

Im Auto habe ich eine Karosserie um mich und bin angeschnallt. Das macht nicht jede Fahrt automatisch sicher, bietet aber mehr Schutz als ein Roller. Auf zwei Rädern kann schon ein Sturz ohne Beteiligung eines anderen Fahrzeugs böse enden.

Beim Parken hat der Roller Vorteile

Einen Roller bekomme ich leichter abgestellt als einen Mietwagen. Gerade in belebten Orten ist das praktisch. Mit dem Auto muss ich manchmal länger nach einem Parkplatz suchen oder ein Stück zu Fuß gehen. Für den zusätzlichen Komfort nehme ich das aber in Kauf.

Der Tagespreis ist für mich nicht alles

Ein kleiner Mietroller ist meist günstiger. Reise ich zu zweit oder mit mehreren Personen, relativiert sich der Aufpreis für ein Auto allerdings. Ich schaue deshalb auf die Gesamtkosten und darauf, wie wir unterwegs sein möchten. Für längere Ausflüge ist mir der Komfort den Mehrpreis wert.

Die eigene Fahrpraxis zählt

Wer zu Hause regelmäßig Auto fährt, aber kaum Erfahrung auf einem Roller hat, sollte das bei seiner Entscheidung berücksichtigen. Ich würde im Urlaub das Fahrzeug wählen, das ich sicher beherrsche. Die passende, in Thailand anerkannte Fahrerlaubnis gehört bei beiden dazu.

Ein Mietwagen muss nicht jeden Tag sein

So gern ich in Thailand Auto fahre: Für jeden Aufenthalt brauche ich keinen Mietwagen. Wer mehrere Tage mitten in Bangkok verbringt, ist mit Skytrain, MRT und gelegentlichen Taxifahrten oft praktischer unterwegs. Ein Auto, das überwiegend am Hotel steht, kostet nur Geld und braucht einen Parkplatz.

Auch für einen einzelnen Ausflug lohnt sich ein Vergleich mit einem Taxi oder einem Wagen mit Fahrer. Dafür muss ich nicht selbst fahren und mich am Ziel nicht um einen Parkplatz kümmern. Es gibt also mehr Möglichkeiten als Mietwagen oder Roller.

Meine Empfehlung für das Auto gilt vor allem dann, wenn du regelmäßig Ausflüge machen, mehrere Orte besuchen oder längere Strecken zurücklegen möchtest. Entscheidend ist, was du im Urlaub vorhast – nicht, welches Fahrzeug die meisten anderen Urlauber mieten.

Mein Fazit: Für meine Thailand-Reisen nehme ich lieber den Mietwagen

Ich muss im Urlaub niemandem beweisen, dass ich eine lange Strecke auch auf einem kleinen Roller schaffe. Ich möchte unterwegs bequem sitzen, meine Sachen ordentlich verstauen und möglichst entspannt ankommen. Dafür zahle ich beim Fahrzeug lieber etwas mehr.

Wer regelmäßig Motorrad fährt, darf das selbstverständlich anders sehen. Meine Empfehlung richtet sich vor allem an Urlauber, die zu Hause Auto fahren, aber kaum Erfahrung auf einem Roller haben: Schaut euch einen Mietwagen wenigstens als Alternative an. Vertraute Bedienung, mehr Schutz und mehr Komfort sind für mich überzeugendere Argumente als der günstigste Tagespreis.

Und wenn du dir den Verkehr in Thailand grundsätzlich nicht zutraust, lass dich fahren. Der Urlaub ist nicht der richtige Anlass, fehlende Fahrpraxis zu überspielen. Auch auf einer ruhigen Insel wird aus einem Anfänger nicht plötzlich ein geübter Rollerfahrer.

Meine Tipps zur Vorbereitung

Du möchtest in Thailand ein Auto mieten?

Hinweise zur Buchung, Versicherung und Fahrzeugübernahme findest du in meinem Mietwagen-Ratgeber für Thailand. Dort geht es um die praktischen Fragen, die du vor der ersten Fahrt klären solltest.