Unangenehm und beängstigend kann eine Augeninfektion sein, die während eines Thailand-Urlaubs auftritt. Ich habe selbst eine schwere Infektion mit Adenoviren erlebt. Was zunächst wie eine harmlose Bindehautentzündung wirkte, beeinträchtigte mein Sehvermögen schließlich deutlich.
Wichtiger medizinischer Hinweis
Ein rotes Auge kann unterschiedliche Ursachen haben. Dieser persönliche Erfahrungsbericht ersetzt keine Untersuchung und keine ärztliche Diagnose. Bei Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen, einer starken Rötung oder rascher Verschlechterung solltest du umgehend eine Augenärztin, einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufsuchen.
Augeninfektion durch Adenoviren auf einen Blick
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Bezeichnung virale Bindehautentzündung, schwere Form: epidemische Keratokonjunktivitis
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Typische Symptome Rötung, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit
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Übertragung vor allem über Hände, Augensekret und gemeinsam berührte Gegenstände
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Inkubationszeit häufig etwa 5 bis 12 Tage
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Behandlung symptomatisch und abhängig von der ärztlichen Diagnose
Meine Erfahrung mit einer Augengrippe in Thailand
Kurz vor dem Ende meines Urlaubs dachte ich zunächst, ich hätte nur eine harmlose Bindehautentzündung. Die Beschwerden wurden jedoch innerhalb kurzer Zeit deutlich stärker. Meine Augen waren stark gerötet, tränten und reagierten empfindlich auf Licht. Dazu kamen ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl und Probleme mit den Augenlidern.
Zurück in Deutschland suchte ich sofort eine Augenklinik auf. Dort wurden ein Abstrich der Bindehaut und ein Schnelltest vorgenommen. Eine weitere Probe ging zur genaueren Bestimmung ins Labor. Das Ergebnis war eine hoch ansteckende Infektion mit Adenoviren – die umgangssprachlich häufig als Augengrippe bezeichnet wird.
Die Erkrankung war für mich erheblich belastender als erwartet. Lesen, Fernsehen und Autofahren waren zeitweise kaum möglich. Auch nachdem die akute Rötung zurückgegangen war, dauerte es, bis sich mein Sehvermögen wieder normal anfühlte.
Symptome einer Adenovirus-Infektion am Auge
Eine virale Bindehautentzündung beginnt häufig an einem Auge und kann innerhalb weniger Tage auf das zweite Auge übergehen. Bei einer stärkeren Form kann zusätzlich die Hornhaut beteiligt sein.
- deutlich gerötete Augen
- wässriger Tränenfluss
- Brennen oder Fremdkörpergefühl
- Lichtempfindlichkeit
- geschwollene Augenlider
- verschwommenes oder vermindertes Sehvermögen
- manchmal geschwollene Lymphknoten vor dem Ohr
Diese Beschwerden können auch bei anderen Augenkrankheiten auftreten. Ob tatsächlich Adenoviren die Ursache sind, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Symptome sicher feststellen.
Wie werden Adenoviren übertragen?
Adenovirus-Infektionen sind weltweit verbreitet und kein ausschließlich thailändisches Problem. Die Ansteckung erfolgt häufig über eine Schmierinfektion: Eine erkrankte Person berührt das Auge, anschließend Hände oder einen Gegenstand, und eine andere Person fasst sich später mit ungewaschenen Händen ins Gesicht oder Auge.
Mögliche Übertragungswege sind gemeinsam benutzte Handtücher, Kissen, Brillen, Augentropfen, Kosmetikartikel sowie häufig berührte Oberflächen. Adenoviren sind widerstandsfähig und können auf Gegenständen längere Zeit infektiös bleiben.
Behandlung einer Augeninfektion durch Adenoviren
Gegen eine gewöhnliche adenovirale Bindehautentzündung gibt es keine spezifische Standardtherapie, die das Virus beseitigt. Antibiotische Augentropfen helfen nicht gegen Viren. Je nach Befund können ärztlich empfohlene Maßnahmen wie künstliche Tränen oder kühle Kompressen die Beschwerden lindern.
Leichte virale Bindehautentzündungen klingen häufig innerhalb von ein bis drei Wochen ab. Bei einer Beteiligung der Hornhaut können verschwommenes Sehen oder Hornhauttrübungen wesentlich länger bestehen bleiben. Genau das machte die Erkrankung für mich so belastend.
Keine Augentropfen auf eigene Faust verwenden
Verwende antibiotische oder kortisonhaltige Augentropfen nicht ohne augenärztliche Diagnose. Kortison kann bei bestimmten anderen Augeninfektionen problematisch sein und gehört in die Hände einer Augenärztin oder eines Augenarztes. Kontaktlinsen solltest du bis zur vollständigen Abklärung nicht tragen.
Wann solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen?
Bei einer leichten Rötung kann zunächst eine Apotheke oder eine ärztliche Praxis weiterhelfen. Bestimmte Beschwerden können jedoch auf eine Beteiligung der Hornhaut oder eine andere ernsthafte Augenerkrankung hinweisen und sollten dringend untersucht werden.
- starke oder zunehmende Augenschmerzen
- ausgeprägte Lichtempfindlichkeit
- verschwommenes Sehen oder andere Sehveränderungen
- sehr starke Rötung eines oder beider Augen
- rasche Verschlechterung der Beschwerden
- rotes, schmerzendes Auge bei Kontaktlinsenträgern
Bei plötzlichem Sehverlust handelt es sich um einen Notfall. Fahre in diesem Zustand nicht selbst, sondern lasse dich in eine Klinik bringen.
Vorbeugung einer Augeninfektion in Thailand
Der wichtigste Schutz ist eine konsequente Hand- und Alltagshygiene. Wasche deine Hände regelmäßig mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife und berühre deine Augen möglichst nicht mit ungewaschenen Händen.
- keine Handtücher, Waschlappen oder Kissen gemeinsam benutzen
- Brillen, Kontaktlinsen, Augentropfen und Augen-Make-up nicht teilen
- Augen nicht reiben und vor jeder Anwendung von Augentropfen Hände waschen
- Kontaktlinsen bei Beschwerden sofort herausnehmen
- während einer ansteckenden Bindehautentzündung nicht schwimmen gehen
- häufig berührte Gegenstände und Flächen sorgfältig reinigen
Wenn Wasser und Seife unterwegs nicht verfügbar sind, kann ein alkoholhaltiges Händedesinfektionsmittel mit mindestens 60 Prozent Alkohol eine praktische Ergänzung sein. Es ersetzt das gründliche Händewaschen jedoch nicht, und nicht jedes Desinfektionsmittel ist zuverlässig gegen Adenoviren wirksam.
Medizinische Hintergrundinformationen findest du auch beim Bundesministerium für Gesundheit.
Häufige Fragen zur Augengrippe
Ja. Adenovirale Augeninfektionen können sehr ansteckend sein. Die Übertragung erfolgt vor allem über Hände, Augensekret und kontaminierte Gegenstände.
Die akute Entzündung kann je nach Schwere etwa ein bis drei Wochen dauern. Bei einer Hornhautbeteiligung können Sehbeschwerden oder Trübungen deutlich länger bestehen bleiben.
Nein. Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Adenoviren. Ob eine andere Behandlung erforderlich ist, muss ärztlich entschieden werden.
Nein. Nimm die Kontaktlinsen heraus und trage sie erst wieder, wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind oder eine Augenärztin beziehungsweise ein Augenarzt zustimmt.