Lopburi kannte ich lange als die thailändische Affenstadt, in der Makaken rund um alte Khmer-Türme, Schreine und sogar mitten auf der Straße zum Alltag gehörten. Bei meinem jüngsten Besuch wirkte das Zentrum jedoch spürbar ruhiger. Es waren noch Affen da, aber längst nicht mehr in den Mengen, die ich von früher kannte und auf meinen älteren Fotos festgehalten habe.
Enttäuscht hat mich Lopburi deshalb nicht. Im Gegenteil: Ohne das frühere Durcheinander nahm ich die Tempelruinen, den Palast von König Narai und die besondere Atmosphäre der Altstadt viel bewusster wahr. Dieser Bericht verbindet meine Eindrücke aus mehreren Besuchen mit den aktuellen Veränderungen – und zeigt dir, weshalb sich Lopburi auch dann lohnt, wenn du nicht nur wegen der Affen kommst.
Lopburi auf einen Blick
- Lage: rund 150 Kilometer nördlich von Bangkok in Zentralthailand
- Bekannt für: Phra Prang Sam Yot, Makaken, Khmer-Ruinen und König Narai
- Zeitbedarf: ein voller Tag für die Altstadt, besser eine Übernachtung mit Ausflügen
- Unterwegs: Altstadt zu Fuß; für Phra Thinang Yen und die Umgebung ist ein Fahrzeug praktischer
- Bahn: zentraler Bahnhof Lop Buri und neue Fernverkehrsstation Lop Buri 2 unterscheiden
- Meine Erfahrung: Lopburi mehrfach besucht und die veränderte Affensituation selbst erlebt
Affen in Lopburi – so habe ich die Stadt heute erlebt
Viele ältere Videos zeigen ganze Straßenzüge voller Makaken. Dieses Bild passt heute nur noch bedingt. Bei meinem jüngsten Aufenthalt begegneten mir im historischen Zentrum deutlich weniger Tiere als früher. Die thailändischen Behörden arbeiten seit einigen Jahren daran, die Population zu kontrollieren und Affen aus besonders belasteten Wohnbereichen umzusiedeln. Auch das staatliche Public Relations Department berichtete über diese Maßnahmen.
Meine Erwartung vor dem Besuch
Wer ausschließlich wegen riesiger Affengruppen anreist, sollte sich auf ein ruhigeres Stadtbild einstellen. Rund um Phra Prang Sam Yot und San Phra Kan kannst du weiterhin Makaken sehen, ihre Zahl schwankt aber je nach Tag und Uhrzeit.
Früher prägten große Gruppen das Zentrum
Meine älteren Bilder zeigen, wie präsent die Affen damals waren. Sie saßen zwischen den Tempelsteinen, sprangen über Geländer und sammelten sich an großen Futterstellen. Gerade dieser Vergleich macht den Wandel sichtbar, ohne dass man Lopburi deshalb seine besondere Geschichte absprechen muss.
Wohin wurden die Affen verlagert?
Ein Teil der Tiere wurde aus stark betroffenen Bereichen des Zentrums in kontrolliertere Zonen gebracht. Bei meinen Fahrten außerhalb der Altstadt sah ich ebenfalls Gruppen im Grünen. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass alle Tiere dauerhaft verschwunden sind. Makaken bleiben Wildtiere, und ihre Verteilung kann sich jederzeit wieder ändern.
Makaken an den historischen Anlagen
Die Affenbilder, die für mich am stärksten zu Lopburi gehören, entstanden direkt an den historischen Anlagen. Dort sitzen die Tiere nicht einfach nur vor einer beliebigen Kulisse, sondern bewegen sich zwischen Buddhafiguren, alten Mauern und den kleinen Verkaufsständen am Schrein. Genau diese ungewöhnliche Nähe macht die Motive so typisch für die Stadt.
Phra Prang Sam Yot bleibt der bekannteste Affenort
Die drei Türme von Phra Prang Sam Yot sind weiterhin der beste Ausgangspunkt, wenn du Lopburis Affen und die historische Kulisse zusammen erleben möchtest. Schon der Weg über den Bahnübergang wirkt ungewöhnlich: Auf der einen Seite rollt der Stadtverkehr, auf der anderen erhebt sich der alte Khmer-Tempel.
Das Monkey Festival
Das bekannte Affenfest mit Obstbuffets gehört seit vielen Jahren zu Lopburis touristischem Image. Wenn du gezielt dafür anreisen möchtest, solltest du den Termin vorab bei der örtlichen Tourismusinformation prüfen, denn Datum und Ablauf können sich ändern.
So verhältst du dich gegenüber den Makaken
- Essen nicht sichtbar tragen: Auch eine Plastiktüte kann die Tiere neugierig machen.
- Lose Gegenstände sichern: Brille, Handy und kleine Taschen nicht achtlos halten.
- Nicht füttern oder anfassen: Die Tiere bleiben wild und können plötzlich zubeißen.
- Ruhig Abstand gewinnen: Nicht schreien, schlagen oder hektisch wegrennen.
- Bisse ernst nehmen: Wunden sofort reinigen und medizinisch behandeln lassen.
Sehenswürdigkeiten in Lopburi – meine wichtigsten Stationen
Die Altstadt ist erstaunlich kompakt. Vom zentralen Bahnhof aus erreichst du mehrere Ruinen, Schreine und den Palast zu Fuß. Gerade darin liegt für mich der Reiz: Zwischen Marktständen, Bahnlinie und normalem Stadtleben tauchen immer wieder historische Mauern auf.
Phra Prang Sam Yot – Lopburis Wahrzeichen
Der aus drei verbundenen Türmen bestehende Khmer-Bau stammt aus dem 13. Jahrhundert und zeigt deutlich den Einfluss der Bayon-Architektur. Der Tempel ist viel mehr als eine Kulisse für Affen. Wenn du um die Anlage gehst, erkennst du erst, wie massiv die Türme gebaut sind und wie eng sie heute vom modernen Lopburi umgeben werden.
Die Tourism Authority of Thailand nennt derzeit 50 Baht Eintritt für ausländische Erwachsene. Preise und Öffnungszeiten können sich jedoch ändern; prüfe sie deshalb am Eingang oder vorab über die offizielle TAT-Seite. Am Vormittag ist die Besichtigung meist angenehmer, bevor die Hitze zwischen den Steinruinen steht.
San Phra Kan – lebendiger Schrein gegenüber dem Tempel
Fast gegenüber von Phra Prang Sam Yot liegt San Phra Kan. Während die Khmer-Ruine eher wie ein Geschichtsmonument wirkt, ist der Schrein ein lebendiger religiöser Ort. Einheimische bringen Opfergaben, und rund um Geländer und Stände sind weiterhin Affen unterwegs.
Wat Phra Si Rattana Mahathat – Ruinen direkt am Bahnhof
Nur wenige Schritte vom zentralen Bahnhof entfernt liegt Wat Phra Si Rattana Mahathat. Die weitläufige Anlage mit ihrem hohen Hauptprang, alten Hallen und Backstein-Chedis verdient mehr Zeit, als viele Tagesgäste ihr geben. Für mich gehört sie zu den stärksten Gründen, Lopburi nicht auf den Affentempel zu reduzieren.
Phra Narai Ratchaniwet – der Palast von König Narai
Der Palast von König Narai erzählt eine andere Seite der Stadt. Im 17. Jahrhundert nutzte König Narai Lopburi als zweite Residenz neben Ayutthaya. Auf dem Gelände wechseln sich Backsteinruinen, restaurierte Gebäude und stille Innenhöfe ab. Ich mochte besonders, dass man hier nicht nur einzelne Tempel betrachtet, sondern die frühere Bedeutung der ganzen Stadt besser versteht.
Phra Thinang Yen – ruhige Ruinen außerhalb der Altstadt
Phra Thinang Yen, am Eingang auch als Phra Tamnak Tale Choop Sorn bezeichnet, liegt außerhalb der klassischen Runde durch das Zentrum. Auf dem weitläufigen Gelände war deutlich weniger los, und gerade diese Ruhe gefiel mir. Die Anlage wird mit König Narai und astronomischen Beobachtungen im 17. Jahrhundert verbunden.
Somdet Phra Narai National Museum
Das Nationalmuseum befindet sich innerhalb des Palastareals. Seine Sammlung führt von der Dvaravati- und Khmer-Zeit bis zur Epoche König Narais. Wer nach den Ruinen verstehen möchte, warum Lopburi politisch und kulturell so wichtig war, bekommt hier den notwendigen Zusammenhang.
Lopburis Geschichte in Kürze
Lopburi gehört zu den ältesten Städten Thailands. Spuren der Dvaravati-Kultur und des Khmer-Reiches sind bis heute sichtbar. Im 17. Jahrhundert machte König Narai die Stadt zu einer wichtigen zweiten Residenz des Königreichs Ayutthaya und empfing hier auch ausländische Gesandte.
Diese verschiedenen Epochen liegen in Lopburi ungewöhnlich dicht nebeneinander. Genau das fiel mir bei meinen Rundgängen immer wieder auf: Ein Khmer-Prang steht neben einer Bahnlinie, hinter einer belebten Straße beginnen Palastmauern, und wenige Schritte weiter findet normaler thailändischer Alltag statt.
Anreise nach Lopburi – Zug, Bahnhof und Lop Buri 2
Von Bangkok erreichst du Lopburi per Zug, Minivan, Bus oder Mietwagen. Der Zug ist für einen Tagesausflug besonders reizvoll, weil der alte Stadtbahnhof direkt an den Sehenswürdigkeiten liegt. Seit der Inbetriebnahme von Lop Buri 2 im Dezember 2025 ist es allerdings noch wichtiger, die konkrete Zielstation zu kontrollieren.
Vor der Buchung auf die Station achten
Der zentrale Bahnhof heißt Lop Buri und liegt an der Altstadt. Lop Buri 2 befindet sich außerhalb des Zentrums in Tha Wung. Schnell-, Express- und Fernzüge können Lop Buri 2 nutzen, während andere Verbindungen weiterhin im Zentrum halten. Verlasse dich deshalb nicht auf alte Fahrpläne.
Lop Buri 2 – die neue Station außerhalb der Altstadt
Die erhöhte Station wurde im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Nordbahn gebaut. Sie wirkt modern und großzügig, liegt für Besucher der Altstadt aber ungünstiger. Wenn dein Zug dort hält, brauchst du einen Transfer ins Zentrum. Die Entfernung wird je nach Zielpunkt mit ungefähr acht bis zwölf Kilometern angegeben.
Bahnhof Lop Buri – zu Fuß in die Altstadt
Für eine Besichtigung ist der alte Bahnhof die bequemste Ankunft. Wat Phra Si Rattana Mahathat liegt praktisch gegenüber, auch San Phra Kan und Phra Prang Sam Yot erreichst du nach wenigen Minuten. Der kleine Bahnhof hat zudem viel mehr Atmosphäre als die neue Fernverkehrsstation.
Aktuelle Verbindungen und Fahrpreise solltest du direkt im offiziellen Fahrplan der State Railway of Thailand prüfen. Alternativ lassen sich verschiedene Bahn- und Busverbindungen über 12Go vergleichen*. Achte in beiden Fällen ausdrücklich auf den Stationsnamen.
Mit Bus, Minivan oder Mietwagen
Busse und Minivans verbinden Bangkok und weitere Städte mit Lopburi, Haltestellen und Abfahrtsorte können sich jedoch ändern. Mit einem Mietwagen bist du am flexibelsten, wenn du neben der Altstadt auch Phra Thinang Yen, die Kalksteinberge oder den Pa-Sak-Jolasid-Staudamm besuchen möchtest.
Die Landschaft rund um Lopburi
Erst mit dem Auto habe ich gesehen, wie abwechslungsreich die Provinz außerhalb der Stadt ist. Hinter flachen Feldern tauchen plötzlich steile Kalksteinfelsen auf, kleine Straßen führen durch farbenfrohe Tempeltore und am Pa-Sak-Jolasid-Staudamm öffnet sich eine weite Wasserlandschaft. Diese Fahrten gehören für mich genauso zu Lopburi wie der Affentempel.
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Mit einem Mietwagen kannst du Lopburi mit Ayutthaya, den Landschaftszielen der Provinz und einer Weiterreise Richtung Norden verbinden.
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Praktische Tipps für deinen Besuch
Lopburis Altstadt lässt sich unkompliziert erkunden, doch Hitze, unebene Ruinenwege und neugierige Makaken sollte man nicht unterschätzen. Ich plane Besichtigungen am liebsten am Vormittag und lasse mir zwischen den Anlagen Zeit, statt nur für ein Foto von Ort zu Ort zu laufen.
- Trage leichte Kleidung, feste Schuhe und ausreichend Sonnenschutz.
- Nimm Wasser mit, aber zeige in Affenbereichen kein Essen und keine Plastiktüten.
- Sichere Brille, Handy und Kamera, bevor du dich Makaken näherst.
- Plane für Palast und Museum die jeweiligen Ruhetage und Öffnungszeiten ein.
- Für Sonnenblumenfelder gilt meist November bis Januar als Saison; Blüte und Zugänglichkeit jährlich prüfen.
- Bei Affenbissen oder Kratzern die Wunde sofort reinigen und medizinisch abklären lassen.
Übernachten und essen in Lopburi
Für einen reinen Altstadtrundgang reicht ein Tagesausflug. Ich würde trotzdem wieder übernachten, sobald die Umgebung dazukommt. Abends wird es ruhiger, und am nächsten Morgen kannst du ohne Zeitdruck weiterfahren. In der Stadt gibt es einfache Gästehäuser, kleine Hotels und Resorts an den Ausfallstraßen.
Meine Erfahrung im Windsor Resort
Bei meinem jüngsten Aufenthalt übernachtete ich im Windsor Resort, ungefähr 900 Meter vom zentralen Bahnhof entfernt. Mein Zimmer war groß, schlicht und sauber; auch Parkplätze waren vorhanden. Rund 600 Baht inklusive eines einfachen Frühstücks empfand ich damals als fair. Der Betrag beschreibt nur meinen Aufenthalt und ist kein aktueller Buchungspreis.
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Eine Nacht lohnt sich besonders, wenn du neben der Altstadt auch die Umgebung erkunden möchtest. Prüfe Lage, aktuelle Gästebewertungen und die Entfernung zum gewünschten Bahnhof.
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Streetfood und kleine Restaurants
Rund um Bahnhof und Altstadt findest du Garküchen, kleine Lokale und Marktstände. Gerade am Abend mochte ich diese unkomplizierte Seite der Stadt: ein freier Hocker, ein frisch zubereitetes Gericht und rundherum das normale Leben von Lopburi.
Lohnt sich Lopburi als Tagesausflug von Bangkok?
Ja, wenn du morgens ankommst und dich auf die Altstadt konzentrierst. Bahnhof, Wat Phra Si Rattana Mahathat, Narai-Palast, San Phra Kan und Phra Prang Sam Yot liegen nah genug beieinander. Entscheidend ist, dass dein Zug wirklich am zentralen Bahnhof hält oder du den Transfer von Lop Buri 2 einplanst.
Wenn du lieber ohne Fahrplan- und Transferplanung unterwegs bist, kannst du auch eine private Tour ab Bangkok prüfen*. Vergleiche dabei genau, welche Sehenswürdigkeiten, Eintrittsgelder und Transfers im Angebot enthalten sind.
Mein Fazit zu Lopburi
Lopburi ist nicht mehr dieselbe Affenstadt, die ich von früheren Besuchen und meinen alten Bildern kenne. Das ist zunächst ungewohnt, macht die Stadt aber nicht weniger interessant. Wer nur auf ein Meer aus Makaken hofft, könnte enttäuscht sein. Wer sich auf die Ruinen, den Palast und die besondere Mischung aus Geschichte, Bahnverkehr und Alltagsleben einlässt, entdeckt einen Ort mit deutlich mehr Tiefe.
Mein schönster Eindruck entsteht bis heute nicht an einem einzelnen Fotopunkt, sondern beim langsamen Rundgang durch die Altstadt. Hinter einer Straßenkurve taucht plötzlich ein alter Prang auf, kurz darauf fährt ein Zug durch die Stadt, und am nächsten Schrein sitzt doch wieder ein Makake auf dem Geländer. Genau diese unerwarteten Übergänge machen Lopburi für mich weiterhin sehenswert.
Häufige Fragen zu Lopburi
Ja. Die Khmer-Ruinen, der Narai-Palast und die kompakte Altstadt sind auch unabhängig von den Affen interessant.
Ja, besonders rund um Phra Prang Sam Yot und San Phra Kan. Im Zentrum wirkt die Population heute jedoch deutlich kleiner als auf vielen älteren Fotos.
Per Zug, Minivan, Bus oder Mietwagen. Beim Zug musst du zwischen dem zentralen Bahnhof Lop Buri und Lop Buri 2 außerhalb der Stadt unterscheiden.
Für die wichtigsten Ziele in der Altstadt reicht ein voller Tag. Für Phra Thinang Yen und die Landschaft der Provinz ist eine Übernachtung entspannter.
Der alte Bahnhof Lop Buri liegt direkt bei den Sehenswürdigkeiten. Von Lop Buri 2 brauchst du einen Transfer ins Zentrum.
Sie sind Wildtiere und können bei Futterneid oder Bedrängung aggressiv reagieren. Halte Abstand, sichere lose Gegenstände und lasse Bisse oder Kratzer sofort behandeln.
Transparenz: Mit * gekennzeichnete Links sind Partnerlinks. Wenn du darüber buchst oder einkaufst, erhalte ich möglicherweise eine Provision. Dein Preis bleibt unverändert.


